Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Rettet Unser Wasser

Logo http://rettetunserwasser.pageflow.io/rettet-unser-wasser

Die Spree versorgt Millionen Menschen mit Trinkwasser. Der Spreewald wurde als UNESCO-Biosphärenreservat ausgezeichnet. Doch diese besonders schützenswerten Güter sind durch Versalzung und Verockerung bedroht. Die Quellen der Verschmutzung, Sulfat und Eisenocker aus den alten und aktiven Tagebauen, werden über Jahrzehnte nicht versiegen, während die Verursacher der Verschmutzung nicht ausreichend für die Kosten aufkommen müssen.

Die Sache ist folgende...

Zum Anfang

Der aktive Braunkohlenbergbau in der Lausitz pumpt jährlich etwa 230 Mio. m³ Grundwasser ab – mehr als Industrie, Landwirtschaft und Trinkwasserwerke in Brandenburg zusammen. 

Zum Anfang

Das Ausmaß dieser seit Jahrzehnten praktizierten Grundwasserabsenkung ist dramatisch. In der Folge ist die Spree und vieler ihrer Zuflüsse durch Eisen und Sulfat stark beeinträchtigt. Während der Eisenocker insbesondere die Ökosysteme rund um die Flüsse der Lausitz schädigt und den Spreewald jederzeit verschmutzen könnte, bedroht die Sulfatbelastung die Trinkwassergewinnung bis nach Berlin.

Zum Anfang

Ab einer Eisenkonzentration von 3 mg/l verfärbt sich das Wasser rostrot. Die Verockerung gefährdet Tiere und Pflanzen, denn unter dem braunen Schlamm ersticken Insekten, Fische und Wasserpflanzen. Damit verschwindet auch die Nahrungsgrundlage heimischer Tiere. 

Zum Anfang

Gleichzeitig bedroht der unansehnliche braune Schlamm den Spreewald, der zu den UNESCO-Biosphärenreservaten zählt. Nur Mithilfe eines teuren Maßnahmenpakets ist der Spreewald noch größtenteils von einer kompletten Verschmutzung verschont. Die Verockerung Richtung Spreewald schreitet jedoch weiter voran.

Zum Anfang

Berlin gewinnt bis zu 70 Prozent seines Trinkwassers aus dem sogenannten Uferfiltrat der Spree und der Havel. Auch Frankfurt (Oder) ist, wie viele andere Städte entlang des Flusses, auf eine gute Gewässerqualität angewiesen. Laut Trinkwasserverordnung darf dabei der geltende Grenzwert von 250 Milligramm Sulfat pro Liter nicht überschritten werden, denn ein zu hoher Sulfatgehalt verschlechtert unter anderem den Geschmack – das Trinkwasser wird versalzen. Ab 500 mg/l kann bei Kleinkindern Durchfall und Erbrechen verursacht werden. Zudem unterstützt Sulfat den Betonfraß an Gebäuden und Leitungen und hat negative Auswirkungen auf das Ökosystem Spree.

Zum Anfang
0:00
/
0:00
Video jetzt starten
Zum Anfang

Eine weitere Wasser-
verschlechterung ist durch die Flutung des Cottbuser Ostsees zu erwarten. Auf den Flächen des ehemaligen Tagebaus Cottbus Nord soll Deutschlands größter künstlicher See entstehen. Die Flutung ab 2018 wird der Spree jährlich bis zu 30 Millionen m³ sauberes Wasser entziehen. Das Risiko ist groß, dass der Ostsee zu einer neuen Eintragungsquelle von Sulfat und Eisenocker wird und bei der spreeabwärts erfolgenden Trinkwassergewinnung aus Uferfiltrat der Spree zu weiteren Problemen führt.

Zum Anfang

Ein Vattenfall-Gutachten prognostiziert Sulfatwerte von bis zu 500mg/L. Ob dieser Wert überhaupt eingehalten werden kann ist jedoch höchst fragwürdig. Wie eine kleine Anfrage der Grünen ergab, befinden sich im Grundwasser der Innenkippe Sulfatkonzentrationen von über 3000mg/L. Nach Aussagen des Brandenburger Landesamtes für Umwelt (LUA) kann auf dieser Grundlage dem Vorhaben Cottbuser Ostsee keine wasserrechtliche Genehmigung erteilt werden. Warum der Betreiber im Juni 2017 trotzdem schon den Spatenstich feierte bleibt ein Rätsel.

Zum Anfang

Weiter spreeabwärts sieht sich das Wasserwerk Briesen jetzt schon mit Sulfatkonzentrationen von mehr als 350 mg/L konfrontiert. Das Wasserwerk der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft (FWA) versucht sich deshalb durch die Reaktivierung des alten Wasserwerkes Müllrose unabhängig vom Spreewasser zu machen. Die Neueröffnung scheitert allerdings an der Finanzierung, denn die Bergbausanierungsgesellschaft LMBV weigert sich bisher jegliche Finanzierung zu übernehmen.

Zum Anfang

Schon heute ist die Versalzung der Spree kaum zu beherrschen. Die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG), der Nachfolger von Vattenfall, strebt trotzdem an, den neuen Braunkohletagebau Welzow Süd II zu eröffnen. Doch es ist noch nicht zu spät. Die gemeinsame Landesplanung von Berlin und Brandenburg bietet die Chance, neue Tagebaue auszuschließen. Und sogar die LEAG hat angekündigt die Entscheidung von den politischen Rahmenbedingungen abhängig zu machen.

Zum Anfang

Der Hauptverursacher der Verschmutzung – der Energiekonzern Vattenfall – hat mittlerweile seine ungeliebte Braunkohlesparte an tschechische Investoren verkauft. Dabei sind 1,7 Mrd. Euro Renaturierungsgelder geflossen. Doch wo sind die Gelder geblieben? Bleiben am Ende die Steuerzahler*innen und Wasserverbraucher*innen auf den Folgekosten der Kohleverschmutzung sitzen?

Zum Anfang
Zum Anfang

Wir fordern von Ministerpräsident Woidke und Bürgermeister Müller

1.) Schließen Sie den neuen Tagebau Welzow Süd II in der gemeinsamen Landesplanung verbindlich aus, damit keine neuen Quellen für Sulfat und Eisenocker entstehen.

2.) Weisen Sie die Bergbaubehörde an, die Sanierungsgelder der LEAG öffentlich zu sichern.

Am 6.11.17, dem Tag der Landesplanungskonferenz, überreichten wir 25.719 Unterschriften an die Regierungssprecher der Länder Berlin und Brandenburg. Wie es nun weitergeht und weitere Informationen finden Sie hier

Zum Anfang
Zum Anfang

Das Projekt „Rettet unser Wasser“ wird vom Verein BürgerBegehren Klimaschutz zusammen mit dem BUND Brandenburg koordiniert um die Menschen in Berlin und Brandenburg für die Folgen des Braunkohleabbaus auf die Trinkwasserversorgung zu sensibilisieren. Gemeinsam mit weiteren Initiatoren, Unterstützerorganisationen und Förderern machen wir Druck auf die Politik. Dazu haben wir in einem ersten Schritt die Online-Petition „Rettet unser Wasser – neue Tagebaue ausschließen!“ gestartet.

Die Kampagne wird gefördert durch die Bewegungsstiftung

Kontakt:
„Rettet unser Wasser“ c/o BürgerBegehren Klimaschutz Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Mail: info@rettet-unser-wasser.de
Telefon: 030 24357803

Zum Anfang

Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden